Dienstag, 1. Januar 2002

2002 Balazuc / Ardèche / Frankreich

Ardéche


Zeltlager 2002

OT St. John

in Balazuc

"Le croix de Bois"

Mit HaJo Bauer und seinem Team on Tour


Ardéche

Glück oder Pech ?!


Am 15. Juli 2002 war es wieder einmal so weit, unser LKW mit den Fahrern Heinz und Jakob waren schon sehr früh unterwegs Richtung Ferienlagerort Balazuc an der Ardéche. Ich fuhr mit der Scudo-Besatzung etwas später los. Als wir kurz vor Lyon waren, klingelte mein Handy. Jakob meldete sich, sie seien schon länger da, könnten aber nur 3 kleine Zelte zum Schlafen aufbauen. Er bekäme kein Wasser und keinen Strom, wie ihm der Monsieur bedeutete. Ich wunderte mich schon, fuhr aber, ohne mir weiter Gedanken darüber zu machen, weiter nach Balazuc.

Dort kamen wir gegen 22:15 an. Unser Vermieter tauchte auch sofort auf und wollte mir irgend etwas erzählen. Aber ich bat ihn, am nächsten Tag die organisatorische Fragen zu klären, da wir nach der langen Reise müde seien.

Am nächsten Morgen begannen wir mit dem Aufbau der Küche und des Eßzeltes. Auch unser Büdchenzelt war schon gegen Mittag aufgebaut. Wir konnten uns also getrost mit dem Aufbau der anderen Zelte beschäftigen, da Jakob wie üblich für die Strom- und Wasserversorgung der Küche zuständig war.

Gegen 16.00 Uhr erschien unser Vermieter, Monsieur Brahic, und bedeutete mir, daß eigentlich zum abgemachten Preis zwei Stellplätze und der Wasser- und Stromanschluß nicht dazu gehören würde. Ich hatte jedoch im Februar mit ihm vor Ort den für uns notwendigen Platz abgeschritten und ihn auch darauf hingewiesen das Strom und Wasser für unsere Küche dringend notwendig sei. Dies hatten wir auch schriftlich mit ihm vereinbart. Grummelnd zog er wieder davon.

Am nächsten Morgen bauten wir unsere Zelte weiter auf und nahmen auch die Plätze in Anspruch, die wir benötigten, um unsere gesamte Gruppe von 62 Personen unterzubringen. Am Nachmittag tauchte er mit ziemlich schlechter Laune auf und wollte uns, der LKW war gerade eine Stunde weg, des Platzes verweisen. Eine für mich noch nie erlebte Situation. Ich versuchte ihn von der Rechtmäßigkeit unseres Vertrages zu überzeugen.

Doch für Bernhard, der mich beim Aufbau der Zelte unterstützte, war das ganz einfach; er fragte ihn: „Wollen Sie mehr Geld ?“ Er antwortetet nur: „Oui !“. Mir fiel ein kleiner Stein vom Herzen, wir tranken ein Kölsch zusammen und besiegelten so, wie wir glaubten, unseren Aufenthalt für drei Wochen.

Doch wo wir nicht mit gerechnet hatten, unser Vermieter war wohl immer noch nicht zufrieden, denn wie sich später herausstellen sollte, hatte er noch an zwei weitere kleinere Gruppen, eine aus Paris , die andere aus Trier vermietet, so daß teilweise mit den Einzelgästen über 150 Personen auf dem Platz waren. Und da fühlten sich wohl einige von diesen überfahren, wie wir später erfuhren, da nur 2 Duschen, 3 Toiletten und drei Waschräume zur Verfügung standen.

Am Montagabend, unser Programm des Abends war die Prominentenshow präsentierten, die Gruppen mit Mini-Playback-Shows ihre Lieblinge und die Musik dazu kam über unsere Anlage.

Punkt um 22:00 tauchte er ziemlich erbost auf. Wir wollten gerade die Zugabe der Prominentenshow noch erleben. Er meckerte nur: „Wasser aus, Musik aus, Strom aus!“ auf Französisch und auf deutsch: „Raus !“

Auf der Stelle machten wir die Musik aus. Trotzdem drehte er die Hauptsicherung des Platzes ab. Wir stellten uns mit allen in den Abschlußkreis und sangen ganz leise unser letztes Lied. Danach bat ich ihm höflich, er solle den Strom wieder einschalten, da wir diesen für die Küche benötigten, was er dann auch tat.

Am nächsten Tag suchte ich Verbündete, die ich in seinem Bruder und dessen Familie auch fand. Die Tochter sprach deutsch und sie versprach mir, mit unserem Vermieter zu sprechen. Dies taten sie wohl auch am nächsten Abend.

Jedoch am Mittwochnachmittag mußte ich leider feststellen, daß ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht hatte. Uns Pänz kamen gerade von der Ardéche und einige hatten sich vor den Duschen versammelt. Das schien ihm nicht zu passen. Er meckerte sie an und ein Gruppenleiter kam ganz verschreckt zu mir, „Hajo, der will uns wieder vom Platz schmeißen“.

Ich beruhigte ihn und mein direkter Weg führte wieder zu seinem Bruder. Die Tochter, die auch da war, hörte sich mein Problem an und beide erklärten sich sofort bereit, mit mir zu fahren und die Angelegenheit vor Ort zu klären.

Dies taten wir dann auch. Wir verabredeten, das bei weiter auftretenden Schwierigkeiten auf jeden Fall die Tochter zu Rate gezogen werden solle, damit weitere Mißverständnisse von vorne herein ausgeschlossen werden konnten. Zum dritten Mal schlossen wir diesen Vertrag per Handschlag und wir hofften alle, das er halten würde bis zum letzten Tag.

Wir waren dann auch froh, als wir dann am 06. August um 10:00 Uhr morgens, wie abgemacht Richtung Elsaß und Europapark abfahren konnten. Eine Weisheit sagt, man lernt nie aus, oder die Karten werden jedes Mal neu gemischt. Trotzdem hatten wir ein super Ferienlager in der Ardéche erlebt. Alle Kinder kamen gut gelaunt und zufrieden in Köln an.

Auf ein Neues im nächsten Jahr!

Hajo Bauer

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