Donnerstag, 1. Januar 1981

1981 Ammersfort / Holland

Der Vortrupp

Der diesjährige (1981) Vortrupp bestand aus 8 Leuten: Andi, Marco, Jürgen, Gerd, und Hajos Family.
Montag gegen 15:00 Uhr war der LKW, den wir eigens zum Transport unserer erstellen Küchenbude und der anderen Klamotten gechartert hatten, beladen. Es konnte also los gehen.
Der Zoll - Andi musste auf die Strecke für Güterabfertigung - und die auch die Strecke war von uns gut bewältigt worden, so dass wir gegen 18:00 Uhr auf dem Zeltplatz waren.
Der Platzwart empfing uns und wies uns auf dem Platz ein, den wir ja schon kannten.
Als erstes stellten wir den LKW ab und begaben uns auf die Suche nach einem Restaurant, um endlich mal essen zu können. Der Bauer'sche Nachwuchs ließ aber kein ausgedehntes und entspanntes Essen zu.
Dementsprechend kamen wir schnellsten dazu, den LKW zu entladen.
So dann konnten wir Andi entlassen, der den LKW wieder nach Köln zurückfuhr und begannen damit, nachdem wir uns einigermaßen über die Platzgestaltung im klaren waren, zwei Zelte für unser erstes Nachtlager aufzuschlagen. Gegen 22:00 Uhr abends fielen wir müde auf die Luftmatrazen.
Der nächste Tag brachte uns viel Arbeit. Von morgens bis spät abends waren wir mit Küchenbuden und Zeltaufbau beschäftigt.
Mittwoch erfolge der Aufbau der Waschstelle und die ersten Einkäufe standen an.
Doch wer glaubte, wir können nun in Ruhe auf die Lagerteilnehmer warten der irrte. Erst gegen Donnerstag Mittag waren wir soweit, dass wir sagen konnten "Jetz künnen se kumme".

Die langweilige Hinfahrt - oder was man trotzdem so alles erleben kann

Das Zeltlager hat ja wie immer für uns arme kleine Leiter schon in Stammheim angefangen mit dem Einsammeln von Geld, Personalausweis, Koffern, einigen kindern und, nicht zu vergessen, einigen Leitern.
Als nächstes kam dann für uns die große Frage, kommt der Bus oder kommt der nicht. Aber was soll ich sagen, er war ausnahmsweise einmal pünktlich. Vielleicht mag es daran gelegen haben, dass die OT diesmal nicht mit Placke gefahren ist, ich weiß es nicht.
Als nächstes kam dann die aufregende, ruhige Busfahrt. Und was passierte?
Wir waren kaum auf der Autobahn, da wurden schon die ersten Stimmen laut "Ich muss mal. Ich auch. Ich auch. Wann machen wir endlich eine Pause!?"
Aber dank der Überredungskunst unseres Busfahrers (er hatte nämlich einfach nicht drauf gehört), sind wir doch verhältnissmäßig schnell in Holland angekommen. Aber nicht, dass die Eltern, die diese Zeilen jetzt lesen, meinen, wie hätten den Kindern keine Pinkelpause gelassen.
Irrtum ! Direkt hinter der Grenze haben wir eine schöne Pause gemacht. Man konnte auf die Toilette gehen, oder sich was zum Trinken holen(zum Glück hatte keiner holländisches Geld dabei), oder man konnte auch in Ruhe eine Zigarette rauchen (die Leiter natürlich).
Als es dann endlich hieß: "Weiter geht's" , wie konnte es dann auch anders sein, zwei Mann fehlten. Die hatten sich warscheinlich beim Suchen des OO etwas verlaufen. Aber dank des Spürsunns einiger Leiter sind auch die zwei wieder aufgetaucht.
Na ja ! Dann endlich nach einer ruhigen Weiterfahrt haben wir den Zeltplatz erreicht, dh. die Zufahrt zum Zeltplatz. Aber das war ja alles nicht so schlimm, da wir ja von Hajo freudig empfangen wurden.
Er war nämlich gerade mal nicht da. Nun meinte der Busfahrer, dass er in den Weg nicht reinfahre denn wenn die Polizei käme, dürfe er ein Protokoll bezahlen. Und dazu hatte er keine Lust. Glücklicherweise traf in diesem Augenblick auch Hajo ein und überredete den Fahrer, halt doch das Stückchen Weg zu fahren.

Endlich angekommen!
Die Freude war groß. Der Vortrupp wurde begrüßt, Koffer ausgeladen, der Busfahrer mit unserem Schlachtruf
"Ibi tscha, ibi tscha, ibi tscha tscha tscha u, B R A V O', Bravo!"
verabschiedet. Doch es kam noch eine Überraschung. Denn der Zeltplatz war noch nicht erreicht. Die Gesichter wurden lang und länger. Die Stimmern laut und lauter und einige Zwischenrufe wie "Seid ihr den bekloppt?" Jetzt noch Koffer schleppen?"
Aber glücklicherweise hatte jeder nur seine eigenen Sachen im Auge bzw. unter Hintern. Zum Glück kamen dann Hajo und Jürgen und fuhren die Koffer zum Platz. (Leider).
So ! Das war unsere ruhige gemütliche, ohne Aufregungen Hinfahrt mit lieben verständnisvollen, hilfsbereiten und auch so rücksichtsvollen Kindern, Aber jetzt gings ja erst richtig los. Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erzählen.
Taralala, taralala !
Wolli


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